Zwischen Hitzewelle, Glaubenskrise und neuen Ideen
- Kera Jung
- vor 14 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt Wochen, in denen ich das Gefühl habe, einfach nur zu funktionieren.
Erst war es hundekalt, inzwischen ist es so heiß, dass schon der Gedanke ans Arbeiten schweißtreibend wird. Trotzdem dreht sich das Gedankenkarussell munter weiter. Wahrscheinlich kennt ihr das.
Camille und Reece befinden sich immer noch in der Überarbeitung. Durch die Hitze wird das Arbeiten nicht leichter. In dieser Woche stehen die Schmuckseiten für das Print an, worauf ich mich tatsächlich sehr freue. Ihr werdet natürlich die Ersten sein, die sie zu sehen bekommen.
Aber neben der eigentlichen Arbeit beschäftigt mich noch etwas ganz anderes.
Ich glaube, ich hinterfrage gerade zum ersten Mal seit vielen Jahren meine Art zu veröffentlichen.
Seit bestimmt zwei Jahren war mein Motto ziemlich einfach: schreiben, fertigstellen, veröffentlichen und direkt mit dem nächsten Projekt weitermachen. Monat für Monat. Viel Zeit zum Durchatmen blieb dabei selten. Vorbestellungen? Kaum. Große Werbephasen? Eher nicht. Limitierte Pakete oder längere Aktionen? Ebenfalls kaum. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich euch lieber das nächste Buch geben möchte, statt lange darauf aufmerksam zu machen.
Inzwischen frage ich mich allerdings, ob das wirklich der bessere Weg war.
Vielleicht habe ich manchen Geschichten gar nicht die Bühne gegeben, die sie verdient hätten.
Vielleicht hätte ich manchen Figuren etwas mehr Zeit schenken sollen.
Und vielleicht hätte ich euch auch mehr Zeit geben sollen, euch auf eine Veröffentlichung zu freuen.
Diese Gedanken begleiten mich gerade ziemlich oft.
Deshalb wird sich mit der neuen Reihe, die voraussichtlich im August startet, vermutlich einiges ändern. Wie bei Dark Souls werden es in sich abgeschlossene Romane als Teil einer Reihe. Das erste Cover ist schon halbwegs fertig.
Sie soll mehr Raum bekommen.
Mehr Zeit zwischen den Veröffentlichungen.
Vorbestellungen.
Vielleicht besondere Printpakete.
Mehr Einblicke.
Einfach das Gefühl, dass ein neues Buch nicht nur erscheint, sondern wirklich gefeiert wird.
Das fühlt sich im Moment richtig an.
Und gleichzeitig macht es mir ehrlich gesagt auch ein bisschen Angst, weil zum ersten Mal seit langer Zeit ein Monat ohne Neuerscheinung bleiben wird. Wenn man jahrelang denselben Weg gegangen ist, fällt es schwer, plötzlich abzubiegen. Man fragt sich automatisch, ob die Leser diesen Weg überhaupt mitgehen möchten.
Deshalb interessiert mich eure Meinung diesmal ganz besonders.
Außerdem überlege ich, die Zeit zwischen den neuen Veröffentlichungen für eine Wiederveröffentlichung zu nutzen. Nicht, weil mir die Ideen ausgehen – ganz im Gegenteil –, sondern weil viele ältere Geschichten heute wahrscheinlich kaum noch jemand kennt.
Das gehört übrigens tatsächlich zum Autorenalltag dazu.
Bücher verschwinden mit der Zeit aus den Algorithmen und aus den Köpfen der Leser.
Ein neues Cover, eine überarbeitete Ausgabe oder eine besondere Edition können einer Geschichte eine zweite Chance geben. Das machen nicht nur kleine Autorinnen und Autoren, sondern praktisch alle Verlage der Welt. Man muss sich nur einmal anschauen, wie viele verschiedene Ausgaben von Harry Potter oder anderen bekannten Reihen es inzwischen gibt.
Manchmal braucht ein gutes Buch eben kein neues Ende, sondern einfach einen neuen Anfang.
Und weil wir gerade bei Fragen sind…
Reichen euch eigentlich drei Newsletter im Monat oder hättet ihr gern mehr Einblicke?
Was würdet ihr von einem Bound-Sammelband halten?
Und worauf freut ihr euch bei einer neuen Veröffentlichung am meisten – das Buch selbst oder alles, was davor passiert oder eine gesunde Mischung aus allem?
Ich bin gespannt, wohin dieser neue Weg führt.
Vielleicht wird alles etwas langsamer.
Vielleicht brauche ich er etwas Mut.
Aber ich glaube, es ist Zeit, ihn auszuprobieren.
Vielleicht bedeutet langsamer manchmal einfach, einer Geschichte endlich die Zeit zu geben, die sie verdient.
Und jetzt zu den wirklich wichtigen Dingen:
Rieke ließ sich freiwillig abduschen (ich traue der Sache immer noch nicht), zwei Zecken mussten bei den Katzen entfernt werden, draußen herrscht Sahara-Feeling und ich frage mich nach wie vor, warum in jedem leckeren Essen Sahne ist, es aber erschreckend wenige gute kalte Gerichte gibt.
Falls jemand darauf eine Antwort hat – immer her damit. 😊❤️
Eure Kera









Ich finde Du solltest auch mal an Dich denken und Dir auch mal Verschnaufpausen gönnen, um mal richtig durchatmen zu können. 😘❤️